Ausarbeitungshinweise

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Die folgenden Ausarbeitungshinweise gelten für (Pro-)Seminar-, Studien-, Bachelor-, Diplom- und Doktorarbeiten gleichermaßen. Lediglich der Umfang und der eigenständige Teil unterscheiden sich bei den verschiedenen Formen wissenschaftlicher Ausarbeitungen an Universitäten.

Gliederung

Eine Gliederung der Ausarbeitung wird bei Seminararbeiten wie auch bei Studien-, Bachelor- und Diplomarbeiten spätestens 4 Wochen nach Themenvergabe erwartet.

Umfang

  • Überschriften für alle Abschnitte und Unterabschnitte der Ausarbeitung
  • Stichpunkte zum Inhalt in allen Abschnitten
  • Liste von Literaturreferenzen und deren Zuordnung zu den Abschnitten

Anzahl Einträge in Gliederungsstufen

Die (Unter-) Gliederung dient der Abgrenzung, nicht der Hervorhebung. Daraus folgt, dass sich auf einer Gliederungsebene mindestens zwei Einträge befinden müssen.

  • Also nicht: 1. Grundlagen, 1.1 Ganz besondere Grundlagen, 2. Mein Beitrag.
  • Sondern: 1. Grundlagen, 1.1 Allgemeine Grundlagen, 1.2 Ganz besondere Grundlagen
  • Oder: 1. Ganz besondere Grundlagen, 2. Mein Beitrag

Namen von Kapitelüberschriften

  • Keine Satzzeichen, außer Doppelpunkt und Bindestrich.
  • Knappheit, aber vor allem Präzision. Knappe falsche Titel sind irreführender als lange. Mehrzeilige Titel sind aber so gut wie fast immer vermeidbar.
  • Nach Möglichkeit keine Abkürzungen
  • Ggf. von verkürzten Titeln für Inhaltsverzeichnis Gebrauch machen (in LaTeX section[kurzer Titel]{langer Titel})

Struktur

  • Titelseite: bitte an den entsprechenden Vorlagen orientieren
    • Bei Ausarbeitungen von Abschlussarbeiten: Titel, Autor, Name der Universität, Lehrstuhl, Betreuer, Datum
    • (Pro-)Seminarausarbeitungen: Titel, Autor, Betreuer, Abstract, Anfang des Inhalts
  • Abstract (max. 10 Zeilen)
  • Einleitung, Motivation
  • Inhalt
  • ...
  • Zusammenfassung, Schlussfolgerungen (inkl. kritischer Reflektion)
  • Bibliografie

Weitere Hinweise zur Struktur finden sich unter Wissenschaftliches_Schreiben/Aufbau

Ausarbeitung

Der Duden und sehr viele Wörterbücher des Langenscheidt-Verlages sind aus dem Uni-Netz frei zugänglich unter der URL http://services.langenscheidt.de/bsb/

Wir erwarten von Ihnen eine Ausarbeitung, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. Dazu gehört ein klarer, nüchterner Stil sowie das sorgfältige Zitieren von Literaturquellen.

Text

Stil

So einfach wie möglich schreiben. Wissenschaftlich schreiben, heißt präzise und nachvollziehbar schreiben. Eine Vermeidung der Überprüfbarkeit von Aussagen durch Unverständlichkeit oder Abschwächung von Aussagen ist nicht wissenschaftlich! Daraus ergeben sich einige Folgerungen für den Stil:

  • Kurze Sätze: Nach Möglichkeit eine Aussage pro Satz. Kausale Zusammenhänge durch entsprechende Wörter (weil, durch, etc) deutlich machen.
  • Definition von Fachbegriffen: Falls die Bedeutung eines Fachbegriffs nicht klar ist, den Begriff definieren. Aber Vorsicht: nicht die Bedeutung von Definitionen überschätzen: Definition sind wie Makros, die einen langen Text durch einen Begriff ersetzbar machen. Dadurch unterstützen sie auch das Denken über Sachverhalte. Aber: man kann durchaus sinnvoll über Begriffe sprechen, auch wenn keine Definition existiert oder man sich nicht auf eine einzige Definition verständigen konnte. Auf keinen Fall darf ein Verheddern in Definiererei die Kreativität hemmen.
  • Definierte Begriffe konsequent verwenden: In wissenschaftlichen Texten werden bestimmt Wortwiederholungen geduldet und sogar erwünscht. Angenommen, man möchte Komponente, Modell, Codeblock, ... synonym in einem Text verwenden. Dann fragt sich der Leser, ob es Unterschiede zwischen den Worten gibt, da ja unterschiedliche Worte ausgewählt wurden. Da man Synonyme haben wollte, hat man aber das Gegenteil erreicht. Also wäre besser z.B. nur Komponente benutzt worden. Allerdings gilt das nicht für Nicht-Fachwörter. Hier sind Wortwiederholungen gewohntermaßen stilistisch schwach!!
  • Gezielter Umgang mit Fremdwörtern: Fremdwörter nur dann verwenden, wenn sie prägnanter als ein deutsches Wort einen Sachverhalt beschreiben. Selbstbezügliches Beispiel: das Wort prägnant meint kurz und genau. Deswegen wurde es im obigen Satz anstelle der deutschen Begriffe verwendet. Fremdwörter sollen nicht zur Selbstdarstellung eingesetzt werden (wie auch sonst kein anderes Stilmittel).
  • Weitere Hinweise zum Stil finden sich unter Tipps zum Schreiben von Konferenzpapieren#Stil

Abgeschlossenheit

Ausarbeitungen sollten "self-contained" sein, d.h. alle wichtigen Informationen für das Verständnis müssen aus der Ausarbeitung gezogen werden können, ohne dass andere Artikel hinzugezogen werden müssen. Es können natürlich Referenzen für den Leser zu Quellen, in denen bei Interesse mehr Detail nachgelesen werden kann, gemacht werden, aber der Leser soll nicht dazu gezwungen sein, woanders nachlesen zu müssen, um die Arbeit verstehen zu können.

Rechtschreibung

Der Studierende kann selbst entscheiden, ob die alte oder die neue Rechtschreibung angewandt wird. In jedem Fall muß die gewählte Rechtschreibung konsequent umgesetzt werden (d.h. also Mischform vermeiden). Gravierende Mängel in der Rechtschreibung führen zu Abwertungen. Gegen vereinzelte Tippfehler sagt niemand etwas, aber bei einer Häufung von Fehlern wird der Text unleserlich und auch der beste Inhalt ist nur noch schwer wahrnehmbar! Daher empfehlen wir, Bekannte, Verwandte, Kommilitonen, ... vor der Abgabe zum Korrekturlesen zu animieren. Dies bedeutet auch, dass die Arbeit auf keinen Fall 5 Minuten vor Ende der Abgabefrist fertig werden sollte. Bei Diplomarbeiten hat sich eine Zeitspanne von einer Woche ausschließlich nur für Feinschliffarbeiten bewährt. D.h. die Arbeit sollte eine Woche vor Abgabe sachlich fertig sein und der gesamte Text sollte vorliegen, was in der Zeitplanung auch so zu berücksichtigen ist. Weiterhin nicht nur die Rechtschreibung sondern auch die Zeichensetzung, den Ausdruck und natürlich alle weiteren Hinweise dieses Dokuments noch einmal sorgfälltig prüfen. Latex-Editoren wie TeXnicCenter bieten auch eine automatische Rechtschreibprüfung an.

Fußnoten

Vor dem Einfügen einer Fußnote, zwei Regeln beachten:

  • Ist der Text der Fußnote für das Verständnis der Arbeit unabdingbar (oder dient er nur der Darstellung des schier universellen Wissens des Autors / der Autorin :-)? Wenn er unabdingbar ist, dann sollte er in den Haupttext integriert werden, denn das Springen zur Fußnote beim Lesen hindert des Lesefluß stark. Andernfalls sollte auf die Fußnote verzichtet werden.
  • Wir zitieren nicht über Fußnoten. Daraus ergibt sich, daß nur in Ausnahmefällen eine Fußnote wirklich in einer Arbeit Einzug hält.

Englische Begriffe

Vor dem Einfügen eines englischen Wortes in einen deutschen Text sollte folgendes beachtet werden:

  • Gibt es wirklich keinen etablierten deutschen Begriff? (Zum Beispiel: File heißt Datei, Operating system heißt Betriebssystem, etc.) Es ist klar, dass die Einschätzung, wann ein deutscher Begriff als etabliert angesehen wird, individuell verschieden ausfallen kann. (Zum Beispiel: thread und Ausführungsfaden).
  • Englische Begriffe, die sich aus mehreren Wörtern zusammensetzen, werden auseinander geschrieben (Beispiel operating system) oder, falls sie in der englischen Sprache bereits zu einem Begriff verschmolzen sind, mit Bindestrich verbunden (Beispiel single-threaded). Es gibt leider keine feste Regeln dafür, sondern hängt vom sich entwickelnden Sprachgebrauch ab. Bitte durch Literaturbetrachtung herausfinden, welche Schreibweise korrekt ist. Ganz wichtig: Im Deutschen werden zusammengesetzte Begriffe nie mit einem Leerzeichen getrennt, sondern entweder durch Bindestrich getrennt (insbes. bei persönlichen Neuschöpfungen) oder zusammengeschrieben.
  • Soll ein englisches Wort mit einem deutschen Wort zusammengesetzt werden, um einen neuen Begriff zu bilden, so sollen beide durch einen Bindestrich verbunden werden. Dies weicht zwar von den Empfehlungen der sog. Rechtschreibkommission ab, dient aber der deutlich besseren Lesbarkeit und Aussprechbarkeit (Beispiel: Softwareentwicklung sollte als Software-Entwicklung geschrieben werden, Designgegenstand als Design-Gegenstand oder besser als Entwurfsgegenstand).
  • Falls ein Text in englischer Sprache verfasst wird, ist die folgende Stilkunde hilfreich. Mehr Hinweise und Links zum Schreiben englischer Texte: Wissenschaftliches_Schreiben/English.

Deutsche Rechtschreibung

Einige deutsche Rechtschreibregeln unterscheiden sich von ihren Entsprechungen im Englischen:

  • Begriffe, die aus mehreren Wörtern zusammengesetzt sind, enthalten im Deutschen nie Leerzeichen. Verbunden wird immer durch Bindestrich oder Zusammenschreiben.
  • Die Genitivbildung geschieht durch das Anhängen eines "s", nicht durch Apostrophierung oder Anhängen von "`s", es sei denn, dass das Wort bereits auf s endet. Beispiele: Willis (und nicht Willi's), aber Boris' (anstelle von Boriss).

Formatierungsrichtlinien

Druck

  • Diplomarbeiten: Die Arbeit sollte doppelseitig gedruckt und mit einer Leimbindung zusammengefasst werden. Hierbei sollte eine etwas stärkere Klarsichtfolie vor das Deckblatt und ein schwarzer Karton als hinterer Abschluss verwendet werden. Im allgemeinen können solche Bindungen in Copyshops sofort gemacht werden, es empfiehlt sich aber zur Sicherheit auch hier einen oder zwei Tage Puffer einzuplanen.
  • Wird die Diplomarbeit in Englisch verfasst ist zusätzlich eine deutsche Zusammenfassung zusätzlich zum englischen Abstract mit in die Ausarbeitung einzufügen.

Plagiarismus

"Ein Plagiat (von lat. plagium, "Menschenraub" abgeleitet) ist die Vorlage fremden geistigen Eigentums bzw. eines fremden Werkes als eigenes Werk oder als Teil eines eigenen Werkes. Es ist unter bestimmten Voraussetzungen strafbar und verpflichtet dann den Plagiator zum Schadenersatz." (Quelle: Wikipedia: Plagiat)

Kennzeichnung von Quellen

Wann immer Stellen aus anderen Texten oder auch Abbildungen übernommen werden (im Wortlaut oder dem Sinn nach), sind diese Stellen ausdrücklich als Zitate zu kennzeichnen. Dazu gehört die genaue Angabe über den wahren Autor bzw. Urheber der Vorlage. Fehlt ein solcher Hinweis, handelt es sich folglich um ein Plagiat.

Sekundärliteratur

Auch Sekundärtexte bedürfen einer Quellenangabe, sobald diese im Wortlaut oder dem Sinn nach übernommen werden. Dies betrifft in der Informatik insbesondere die Übernahme von Textpassagen aus Surveys oder Zusammenstellungen verwandter Arbeiten. Nur die Primärliteratur zu zitieren reicht nicht aus, da auch das in Bezug setzen verschiedener Primärtexte eine geistige Schöpfung darstellen kann.

Folgen

Bei Seminaren kann Plagiarismus zur Verweigerung von Seminar-Scheinen führen, bei sonstigen Ausarbeitungen oder Folien (etwa von Studien- oder Diplomarbeiten) kann in Folge von Plagiarismus die betroffene Ausarbeitung mit ungenügend bewertet werden (womit die Studien- oder Diplomarbeit nicht bestanden wäre). Zudem kann Plagiarismus auch zum Ausschluss vom Studium mit weit reichenden Folgen führen. Machen Sie also immer kenntlich, welche Vorlagen sie verwendet haben, und kennzeichnen Sie diese Stellen eindeutig um unnötigen Ärger zu vermeiden.

Siehe auch